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Mentale Gesundheit: Längst keine Nebensache mehr

Lange waren seelische Leiden in der Arbeitswelt weniger Thema. Aber mentale Gesundheit rückt immer mehr in den Fokus. Was man tun kann, um Stress im Alltag abzubauen.

Wenn der Bauch schmerzt, scheut man sich in der Regel nicht davor, zum Arzt zu gehen. Wenn aber die Psyche streikt, suchen sich längst nicht alle Menschen Hilfe. Doch das ändert sich mittlerweile. Mentale Gesundheit rückt nicht erst durch die Corona-Pandemie immer mehr in den Vordergrund. Schon vorher erkannten viele Unternehmen, dass psychische Probleme wie Depressionen, Stress oder Burn Out echte Gefahren für die Mitarbeitenden darstellen und dazu führen können, dass diese oft lange Zeit nicht mehr arbeiten gehen können.

Die WHO stuft Stress als eine der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts ein, da negativer Stress das Risiko schwere psychische Folgeerkrankungen auszubilden deutlich erhöht. Im Jahr 2020 gab es einen Rekord bei Krankschreibungen wegen psychischer Probleme. Die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit ist mittlerweile die Psyche.

Die moderne Welt als Stressfaktor

Die Gründe dafür sind vielfältig. Steigende Arbeitsbelastung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, hohe Anforderungen an einen selbst, Zukunftsängste, zum Beispiel auf Grund der Klimakrise, allgemeine Unsicherheit sowie ständige Erreichbarkeit durch Smartphones und neue Medien haben ihren Anteil daran.

Oft merken Menschen aber erst, dass ihnen alles zu viel wird, wenn es schon fast zu spät ist. Eine Auszeit oder ein langer Urlaub sollen dann helfen. Das Problem: Eine temporäre Pause kann den alltäglichen Stress nicht mindern, sie pausiert den Zustand nur. Kommt man dann nach seiner Auszeit zurück ins Büro, ist oft alles wie vorher.

Die eigene Bedürfnisse ernst nehmen

SchuWa-Betriebsärztin Dr. Claudia Helios legt großen Wert auf das Thema Mental Health und gibt Tipps. Sie empfiehlt , sich schon jetzt zu fragen, welche Situationen oder Arbeitsbedingungen als Stressoren für einen selbst wirken. "Nur wer das Problem erkennt und es angeht, kann den Stress bewältigen und zu mehr Ruhe und Entspannung im eigenen Alltag zurückfinden", so die Medizinerin. Um dies zu tun, sollten die eigenen Bedürfnisse ernst genommen werden.

Anhaltende psychische Symptome wie Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Schlafstörungen, Nervosität, Angst oder Wut sollten also unbedingt als Warnsignal wahrgenommen werden. Auch körperliche Beschwerden, bei denen bei ärztlichen Untersuchungen keine Ursache gefunden werden kann, sind wichtige Alarmzeichen. Dazu gehören zum Beispiel Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Appetitlosigkeit, Rückenschmerzen und Verspannungen, Schwindel oder Bluthochdruck.

Gesunden Lebensstil pflegen 

Ein grundsätzlich gesunder Lebensstil mit allen Facetten kann außerdem dazu beitragen, psychischen Problemen präventiv gegenzuwirken. Dazu gehört viel Bewegung im Alltag, frische Luft, ausgewogene Ernährung, erholsamer Schlaf, die Pflege sozialer Kontakte, eigene Hobbys und Interessen bewahren, Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit sowie Ruhe- und Entspannungszeiten einhalten.

Für Unternehmen ist die mentale Gesundheit dabei heutzutage zu betrachten wie die körperliche. Zumal sich psychische Beschwerden nicht selten schädlich auf den Körper auswirken. Nur glückliche, ausgeglichene und zufriedene Menschen sind auch Arbeitnehmer, die gerne für ein Unternehmen arbeiten, produktiv mitwirken und sich mit der eigenen Arbeitsleistung gerne aktiv einbringen.